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13.10.2017
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Reverse Pitching: Der etwas andere Start-up-Event vernetzte etablierte Konzerne mit Start-ups

Vor Publikum zu pitchen und gecastet zu werden, für Start-ups ist das Routine. Die Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) drehte bei der Veranstaltung „Reverse Pitching“ am 5. Oktober 2017 den Spieß um: VertreterInnen von Konzernen und Enterprises standen im Rampenlicht. Sie waren an der Reihe, den Start-ups Rede und Antwort zu stehen. 

Prinzipiell gilt: Die Zusammenarbeit von Start-ups mit etablierten Unternehmen gehört gestärkt. Denn beide Seiten profitieren davon, Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Staatssekretärin Muna Duzdar sprach sich für das Unterstützen von Start-ups aus. Der Staat könne als wichtiger Innovationstreiber agieren, indem er Förderungen vergibt und Grundvoraussetzungen schafft. „Im eGovernment nimmt Österreich bereits eine Vorreiterrolle ein. Dennoch müssen wir aktiv daran arbeiten, die digitale Kluft zu überwinden“, sagte Duzdar.

In der Begrüßung erinnerte Jutta Zemanek, Gastgeberin und Direktorin der HTBLuVA Wien 5 Sprengergasse zudem daran, über den Tellerrand zu blicken und dass es notwendig ist, auch die nachfolgenden Generationen wirtschaftlich auszubilden: „Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schulen ist enorm wichtig.“

Auf die Kooperation mit Start-ups setzt zum Beispiel auch Oracle als globaler Soft- und Hardwarehersteller. Max Byloff, zuständig für Customer Experience Strategie bei Oracle Österreich, meinte in seinem Pitch, dass Oracle immer offen für innovative Gedanken sei. Daher sucht das Unternehmen aktiv nach neuen Talenten und Partnern – vor allem im Start-up-Umfeld. „Die Geschwindigkeit ist mittlerweile extrem wichtig und Dinosaurier wie Oracle müssen sich anpassen“, so Byloff weiter. Deswegen wurde mit der „neuen Oracle“ ein Teil von der „klassischen Oracle“ abgegrenzt. Besonders für diese werden junge, unternehmerisch denkende Leute gesucht und sie agiert innerhalb der Oracle fast wie ein Start-up.

Ein weiteres Unternehmen, das sehr stark davon abhängig ist, Veränderung zuzulassen, ist die Mediaprint. Birgit Strohmayer, CIO, und Horst Pensold, Leitung Sales & Services, erläuterten, dass gerade für das „Old School“-Unternehmen Innovationen unerlässlich seien. Daher das große Interesse an der Zusammenarbeit mit Start-ups.

Auch die austria wirtschaftsservice GmbH (aws) fördert mit „Industry-Startup.Net“ die Zusammenarbeit. Dieses Programm vernetzt Start-ups mit KMU und Großunternehmen, die Interesse an Kooperationen haben. Alle teilnehmenden Unternehmen profitieren von einem kostenlosen Matching-Service.
Innovative Start-ups sucht beispielsweise auch PACE, eine Initiative der Stadt Wien. Ihr Leiter, Robin Heilig, forciert die Zusammenarbeit mit Start-ups für lokale Projekte, also für Grätzel in Wien. Innovative Unternehmen werden gebündelt und etablieren gemeinsam Online-Grätzl-Angebote am Markt – mit einer eigenen Grätzl-App.

Martin Schmidt, Partner beim Wirtschaftsprüfer Grant Thornton, hob die Wichtigkeit von finanzieller Beratung für Start-ups hervor. Es werde immer einfacher, Unternehmen zu internationalisieren, da es sich oft um virtuelle Produkte handelt. Um in eine nächste Finanzierungsrunde zu kommen, sind aber Steuer- und Wirtschaftsberatung essenziell.

Den weiteren Weg von Grant Thornton bestimmen die vielen Veränderungen in der Wirtschaftsprüfer-Branche mit, wie Martin Schmidt in weiterer Folge beschrieb. So hat beispielsweise die Wirtschaftskammer bereits eine Digitalisierungsoffensive gestartet. Jedoch benötigt die Branche aktuell weitere Entwicklungen wie Tools, Prüfprogramme und Software. Denn gerade Wirtschaftsprüfer und Steuerberater müssen zahlreiche rechtliche Aspekte berücksichtigen und Neuerungen, die in den Verordnungen festgelegt werden, schnell einbeziehen. Start-ups sind daher aufgerufen, speziell für diese Branche flexible Tools zu entwickeln.
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