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12.12.2018
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Wenn Big Data im Dunkeln leuchtet

Daten sind neuerdings das Gold des digitalen Zeitalters. Doch ganz so neu ist die Idee, Informationen zu sammeln und zu analysieren, nicht – zumindest nicht, wenn es um das Wetter geht. Die Meteorologie basiert seit jeher auf Big Data und zapft die vielfältigsten Quellen dafür an.

Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen sehen Big Data als wettbewerbsentscheidende Schlüsseltechnologie, zeigt eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom. Sechs von zehn Organisationen nutzen diese Technologie bereits beziehungsweise planen oder diskutieren deren Einsatz. Doch wie sieht dieses „Big Data“ eigentlich aus? Wir kennen Website-Tracker, Cookies und assoziieren den Begriff mit Google, Facebook und Co. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt aber, dass Datenmassen weitaus vielfältiger sind: Die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) etwa analysiert Regen, Wind und illegale Atomtests.
 

Hundertsechzig Jahre Datennutzung

1851 begann für die ZAMG, damals noch unter dem Namen „Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus“, die Big-Data-Ära. Heute bezeichnet DI Mag. Günther Tschabuschnig, CIO der ZAMG, Daten als „Herzschlag“ des Unternehmens. Zweiundzwanzig Millionen Datensätze werden täglich im Wiener Rechenzentrum verarbeitet, was mehrere Petabyte Speicherplatz benötigt. Diese unvorstellbare Menge an „Big Data“ wird von einem vierköpfigen Datenteam gemanagt. Eine Herausforderung stellt dabei die Qualität der Daten dar. Schließlich können nur aus korrekten Datensätzen auch realistische Analysen entstehen. Zudem ist die Entscheidung, welche Informationen entsorgt werden können, eine schwierige – zukünftige potentielle neue Anwendungsfelder sind oft schwer abzuschätzen.
 

Wetterstationen, Ampeln und Atomtests

Die Daten, mit denen die ZAMG arbeitet, stammen unter anderem aus 270 Stationen in ganz Österreich und sechs im Weltall positionierten Satelliten. Doch auch ungewöhnlichere Datenquellen werden genutzt: In den nächsten Jahren werden 1.200 Ampelanlagen in Wien mit Wetter- und Umweltsensoren ausgestattet. „Für die CTBTO, die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, werten wir aber auch illegale Atomtests aus“, verrät Tschabuschnig zum Abschluss.

Dieser Artikel erschien in der Print-Ausgabe der ADV Mitteilungen, Nr. 3/2018.


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