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web manager2026-04-22 14:33:572026-04-23 11:36:02DataXcellence Konferenz 2026 feat. AIDataXcellence Konferenz 2026 feat. AI
Zwischen Daten, KI und Governance: Perspektiven aus der Praxis
22. April 2026 / Redaktion
Zwei Tage, zahlreiche Perspektiven und eine klare Erkenntnis: Daten und KI sind längst im operativen Alltag angekommen.
Bei der DataXcellence Konferenz 2026 feat. AI im Park Hyatt Vienna diskutierten am 9. und 10. April Expert:innen aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung, wie sich aktuelle Entwicklungen rund um Daten, KI und digitale Wertschöpfung in der Praxis einordnen lassen.
Gleich zum Auftakt betonten Peter Regner von der ADV, Anika Groß von der KGSt und Frank Pörschmann von iDIGMA gemeinsam mit Moderator Mathias Pascottini die zentrale Rolle von Data Excellence als Grundlage für fundierte Entscheidungen. Am zweiten Tag knüpften sie gemeinsam mit Brigitte Lutz von der ADV daran an und rückten insbesondere den Wert von Austausch und Praxisbezug in den Fokus.
Von technologischen Möglichkeiten zur organisatorischen Umsetzung
Ein zentraler Fokus lag auf der Frage, wie sich technologische Entwicklungen sinnvoll in organisatorische Realität übersetzen lassen.
Dr. Thomas Pisar zeigte in seiner Keynote zu KI, Komplexität und Kultur, warum klassische Steuerungslogiken an ihre Grenzen stoßen und erfolgreiche KI nur im Zusammenspiel von Technik, Organisation und Kultur entsteht. Univ.-Prof. Dr. Richard Küng von der Johannes Kepler Universität Linz machte deutlich, dass Quantencomputing kein „schnellerer Computer“, sondern ein völlig neues Rechenparadigma darstellt.
Auch Stefan Ferlin von der Wirtschaftsagentur Wien stellte mit dem Programm Tech4People den gesellschaftlichen Nutzen von Technologie in den Mittelpunkt. Ergänzend betonten Tiankai Feng von ThoughtWorks, Frank Szilinski von Gofore und Dieter Perndl von Ubitec, dass KI-Projekte in der Praxis selten an der Technologie scheitern, sondern vielmehr an fehlender Klarheit, Fokus und konsequenter Umsetzung.
Warum Datenqualität und Governance zur Voraussetzung werden
Über mehrere Beiträge hinweg wurde deutlich: Daten sind zwar vorhanden, doch ihr Potenzial bleibt häufig ungenutzt.
Dr. Christiana Klingenberg von iDIGMA zeigte, warum Datenqualität zur strategischen Führungsaufgabe wird und erst durch klare Governance-Strukturen ihre Wirkung entfaltet. Johannes Sautter vom Fraunhofer IAO, Bettina Tratz-Ryan von Gartner und Norbert Kuhn von der Freien und Hansestadt Hamburg machten sichtbar, dass fehlende Struktur, Kontext und Verantwortlichkeiten zentrale Herausforderungen bleiben.
Wie sich diese Themen in der Praxis zeigen, wurde im Workshop von Ingo Lenzen von der Stadt Mönchengladbach und Anika Groß von der KGSt deutlich. Auch Martin Reichhart von Österreich Werbung sowie Anessa Bekto von der Raiffeisen Bausparkasse und Sven Wilbert von BearingPoint verdeutlichten, dass Data Excellence nur mit klar definierten Verantwortlichkeiten und einem gemeinsamen Zielbild nachhaltig umgesetzt werden kann.
Agentic AI: Vom Analysewerkzeug zum aktiven Entscheidungssystem
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Agentic AI und den damit verbundenen Veränderungen in Systemarchitekturen.
Ruben Hetfleisch von Klartext AI, Daniel Niederl von EY und Christoph Brunnbauer von Deloitte zeigten, wie sich KI von reinen Analysewerkzeugen hin zu agentischen Systemen entwickelt, die aktiv in Entscheidungsprozesse eingreifen.
Wie sich diese Entwicklung bereits konkret auswirkt, verdeutlichte Thomas Jirku von IBM am Beispiel „AskHR“. Auch Christian Schuster von NTS und Thomas Brödl von Acuity Analytics machten deutlich, dass Themen wie Private AI, Datenkontrolle und Souveränität zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Gerald Leitner und Christoph-Oliver Lang vom BRZ zeigten, wie sich solche Ansätze auch im Public Sector über Plattformmodelle skalierbar umsetzen lassen.
Parallel dazu verändert sich auch der Zugang zu Daten selbst. Dr. Esther Daus von E-Control und Bruno Šimić von EBCONT machten deutlich, wie natürliche Sprache zunehmend zum Interface für Daten wird. Steven Rieck-Lorenz und Peter Rupp von smartpoint dataformers betonten in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle von Vertrauen und User Experience.
Zwischen Innovation und Kontrolle: Governance, Sicherheit und Souveränität
Mit wachsender Nutzung von KI rücken Fragen rund um Governance, Sicherheit und Kontrolle stärker in den Fokus.
Katharina Helm von lightmydata zeigte die Anforderungen des EU AI Act und die Bedeutung klarer Rollen und Verantwortlichkeiten. Damien Rilliard von Oracle stellte digitale Souveränität als strategischen Erfolgsfaktor heraus.
Oliver Kaiser von Palo Alto Networks beleuchtete neue Sicherheitsrisiken im Kontext von Agentic AI. Peter Regner vom FAW Hagenberg zeigte, wie On-Prem-KI im Dokumentenmanagement eingesetzt werden kann, während Stephan Leitner und Bernhard Freudenthaler von RISC Software mit KOALAw einen konkreten Legal-Tech-Use-Case präsentierten.
Ein besonderer Programmpunkt war das interaktive Data-Governance-Theater der IT-Power Services GmbH mit Thomas Jirku von IBM, Daniel Stanek von Genesys, Clemens Zauchner und Anna Neureiter sowie Norbert Amlacher, das Governance praxisnah erlebbar machte.
Ergänzend zeigte FH-Prof. Stephan Winkler von der FH Oberösterreich, warum Explainable AI entscheidend für Vertrauen in KI-Systeme ist, während Alexander Sigmund von VENDO hybride Kommunikationsmodelle zwischen digital und analog beleuchtete. Dr. Cathrin von Hesler vom Know Center unterstrich dabei, dass Data Excellence nur im Zusammenspiel von Daten, Prozessen und Organisation entsteht.
Vernetzte Daten: Interoperabilität, Datenräume und konkrete Anwendungen
Ein weiterer Themenblock widmete sich der Frage, wie Daten über System- und Organisationsgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden können.
Mario Drobics vom AIT zeigte, wie Datenräume und digitale Zwillinge neue Formen der Wertschöpfung ermöglichen.
Priit Liivak von Nortal gab Einblicke in personalisierte Government Services. Ergänzt wurde dies durch eine Paneldiskussion mit Karina Leinuste vom Estonian Unemployment Insurance Fund, Kadri Siinmaa von Nortal und Anna Krishnan-Somos vom AMS, moderiert von Daniela Riegler von Nortal.
Maria Fellner von Digital Health and Care Austria machte deutlich, dass datengetriebene Innovation im Gesundheitsbereich nur auf Basis sauberer Daten und klarer Strukturen nachhaltig funktionieren kann.
DataXcellence Awards 2026: Ausgezeichnete Projekte aus der Praxis
Auch 2026 wurden im Rahmen der Konferenz herausragende Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie vielfältig Data Excellence in der Praxis umgesetzt wird. In der Kategorie Talents überzeugte „somes – Plattform für politische Transparenz und Analyse parlamentarischer Daten“ von Florian Nagy und Christoph Handschuh. In der Kategorie Professionals wurde Manuela Schreyer für ihre „End-to-End-Datenanalyse zur Qualitätsoptimierung in der Industrie“ ausgezeichnet.
Fazit
Die DataXcellence Konferenz 2026 zeigt deutlich: Der erfolgreiche Einsatz von KI hängt nicht allein von technologischen Möglichkeiten ab. Erst das Zusammenspiel von Datenqualität, Governance, Sicherheit und Organisation schafft die Grundlage dafür, dass KI in der Praxis wirksam eingesetzt werden kann.
Impulse mitnehmen und weiterdenken: Wir legen die Schienen für digitale Souveränität!
Die Themen der DataXcellence Konferenz wirken weiter und setzen sich beim nächsten ADV Event-Highlight fort: Auf der ADV e-Government Konferenz 2026 in Villach rücken digitale Verwaltung, datenbasierte Steuerung und innovative Public-Sector-Lösungen in den Mittelpunkt. Wer die Diskussion weiterführen und neue Praxisimpulse mitnehmen möchte, sollte sich schon jetzt das Event im Kalender eintragen (29. & 30. Juni 2026) und Tickets sowie Unterkunft frühzeitig sichern.
Hier finden Sie alle Informationen zur ADV e-Government Konferenz 2026.












