Vertrieb hat auf einsamen Inseln nichts zu suchen

Heute sieht Vertrieb anders aus, als noch vor zehn Jahren. Er ist schneller, flexibler, individualisierter, analytischer, vorhersehbarer und Technologien bringen täglich weiteres, neues Potenzial. Doch wenn die eigentlichen HauptdarstellerInnen, nämlich die KundInnen, vergessen oder mit Insellösungen abgespeist werden, ist jegliche Vertriebsdigitalisierung für die Fisch.

Die Zukunft des Vertriebs sieht ernüchternd aus: Im Rahmen einer Sales-Studie antworteten nur 42 Prozent der Teilnehmenden auf die Frage, wie umfassend das Unternehmen die Digitalisierung des Vertriebs betreibe, dass der Ausbau digitaler Aktivitäten einer Strategie folge. Die restlichen 58 Prozent haben sich für die Antwortmöglichkeiten „es ist keine Digitalisierung oder Expansion digitaler Aktivitäten geplant“, „Ausbau digitaler Aktivitäten folgte keiner Strategie“ und „weiß nicht“ entschieden.

Inselstaat
Dieses Bild kennt auch Andreas Lange, Bereichsleiter Vertrieb bei Cursor Software Ag: „Die Herausforderung einer sinnvollen Vertriebsdigitalisierung liegt nach wie vor in der heterogenen Systemlandschaft, die im Tagesgeschäft genutzt wird“, erklärt er. „In den meisten Fällen ist der Vertriebsprozess stark segmentiert und besteht aus vielen Insellösungen.“ Diese unabhängigen Inseln sind oft für andere VertriebsmitarbeiterInnen nicht erreichbar und damit nicht nutzbar, was, sei es in Zusammenhang mit Daten und CRM, oder mit einer durchgängigen Customer Journey, viel Potenzial davonschwimmen lässt.

Festlandbildung
Die gelungene Vertriebsdigitalisierung will also brücken zwischen Inseln und zu den KundInnen bauen. sie muss unternehmensübergreifend gedacht und vor allem für die Kundschaft maßgeschneidert sein. eine komplette Digitalisierung jedes Teilbereiches im Vertrieb ist dabei allerdings auch kein Allzweckmittel: es gibt Prozesse, deren Digitalisierung nicht sinnvoll ist. Daher, so schlussfolgert Lange, sei es unerlässlich, Maßnahmen strategisch abzuleiten und die Zielgruppe in den Fokus zu stellen. „Was nützen hochdigitalisierte Prozesse, wenn das gegenüber sich nicht in einem ähnlich gelagerten Digitalisierungszeitalter befindet?“, fragt er.

All-Inclusive-Urlaub für den Kunden
Die Notwendigkeit stärkerer Kundenorientierung unterstreicht auch eine aktuelle Untersuchung von Deloitte – hier vor allem mit blick auf die Chief Information Officers, die die eingesetzten technologischen Lösungen verwalten: europaweit werden KundInnen in den Mittelpunkt gerückt, auf Themen wie Kundenbindung und Verbesserung der Customer Journey wird fokussiert. Hierzulande hingegen fehlt dieser Fokus oftmals. „Von der Kombination eines strategischen Gesamtblickes und Kundenfokus in jedem schritt profitiert das gesamte unternehmen – und seine Kundschaft“, fasst Bernhard Göbl, Director Deloitte Österreich, zusammen. „Dafür lohnt es sich, das oft vorhandene Inseldenken kritisch zu hinterfragen.“

– Ende –

KI-Kennzeichnung ab 2. August 2026

Seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des Art. 50 der sogenannten „KI-Verordnung“. Lesen Sie hier, was Unternehmen bei Text, Bild und Video beachten müssen.

Auf „kurzem Wege“ zum gemeinsamen Erfolg

Als Woman of the Month zeigt Cornelia Stumbauer, welche Möglichkeiten starke Netzwerke eröffnen und wie sie mit ihrer Haltung „Be the change“ die IT-Branche nachhaltig verändert.

ADV e-Government Konferenz 2026: Digitale Souveränität wird zur praktischen Gestaltungsaufgabe

Rückblick auf die ADV e-Government Konferenz 2026 im Congress Center Villach: digitale Souveränität, KI in der Verwaltung, Cloud, Daten, Identitäten, Once Only, Scan Cars und konkrete e-Government-Services.

Die neue Ära der Führungskräfte

ADV Woman of the Month Elena Tauchhammer zeigt, wie moderne Führung durch Vertrauen, Orientierung und Menschlichkeit wirksam wird und warum Sichtbarkeit, Selbstmarketing und gegenseitige Bestärkung zentrale Kräfte für nachhaltige Entwicklung in der IT sind.

Google übernimmt das Netz, ein KI-Vampir saugt Entwickler aus – und ein Buch über Wahrheit enthält erfundene Zitate

Promptfather Sindre Wimberger zeigt, welche KI Entwicklungen im Mai 2026 den Arbeitsalltag verändern und warum Googles neue Suche das klassische Web grundlegend herausfordert.

Wo Neugier Gestaltungskraft entfaltet

Anna Poledna zeigt als Woman of the Month, wie aus Neugier, Mut und interdisziplinärem Denken echte Gestaltungskraft entsteht und wie wertvoll die Bereitschaft ist, immer wieder neues Terrain zu betreten.

Das Modell, das zu gefährlich ist – und alles, was danach kommt

KI-Agenten übernehmen erstmals eigenständig Aufgaben über Smartphones, Bürosoftware und sogar Roboter hinweg. Eine Entwicklung, die Sindre Wimberger, bekannt als „Promptfather“, als Beginn einer neuen Phase der KI beschreibt.

Talenteförderung als gesellschaftlicher Auftrag

Als Woman of the Month zeigt Nicol Weghofer, warum Talenteförderung in der IT entscheidend ist und wie gezielte Unterstützung und neue Zugänge ungenutztes Potenzial sichtbar machen.

RKEG: Resilienz ganzheitlich betrachtet

Markus Hefler von Certitude Consulting zeigt im Beitrag, was das Resilienz kritischer Einrichtungen‑Gesetz (RKEG) von Betreibern kritischer Infrastruktur verlangt und was Organisationen jetzt konkret tun können.