Datensouveränität dank Gaia-X – Nachbericht zum ADVirtuell-Event

Am 28. Februar 2022 fand die jüngste Ausgabe des Online-Formats ADVirtuell statt. Das Thema, das 2019 europaweit lancierte Projekt Gaia-X, führte zu einem äußerst angeregten Gedankenaustausch zwischen den Vortragenden und den mehr als 30 online zugeschalteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Gaia-X: Dezentrales Ökosystem für ein souveränes Europa

Kooperation, Vernetzung und Austausch von digitalem Wissen sind Grundlage für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. Dazu müssen aber Daten in einer vertrauensvollen Umgebung verfügbar sein, um sie für eine größere Wertschöpfung sammeln, vernetzen und teilen zu können. Gaia-X will in Europa genau dies mit einem dezentralen Ökosystem für Dateninfrastrukturen erreichen, das europäische Datenschutzanforderungen, Transparenz und Kompatibilität von Beginn an berücksichtigt.

Unter der Leitung von Brigitte Lutz, ADV-Vorständin und -Vizepräsidentin sowie DIO & Data Governance-Koordinatorin der Stadt Wien, stellten drei weitere Podiumsgäste dem interessierten Publikum ihre Daten-Expertise zur Verfügung: Günther Tschabuschnig, ebenfalls ADV-Vorstand sowie Präsident der DIO – Data Intelligence Offensive, Vivien Witt, Projektmanagerin Cloud Services und Gaia-X, eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., sowie Georg Hahn, Generalsekretär der OSSBIG Austria – Open Source Business Innovation Group.

Die Grundlagen von Gaia-X

Vivien Witt führte die zahlreichen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Impulsvortrag in die Welt von Gaia-X ein. Denn Gaia-X wird oft fälschlicherweise für eine Cloud-Plattform wie Microsoft Azure oder Google Cloud Platform gehalten. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen Hyperscaler, sondern um ein dezentrales Ökosystem für Dateninfrastrukturen. Die Zusammenarbeit zur Schaffung dedizierter Datenräume, die den Gaia-X-Standards entsprechen und wichtigsten Branchen zur Verfügung stehen werden, erfolgt in einer föderierten Struktur. In dieser sind alle teilnehmenden Unternehmen und Organisationen gleichberechtigt und kooperieren anhand von Themen, Domänen, Industriezweigen etc. auf Augenhöhe für gemeinschaftliche Ziele.

Auf der technischen Ebene gewährleisten die Basisdienste der Gaia-X Federation Services die Interoperabilität und damit den freien und sicheren Austausch von Daten und Informationen. Sie stellen die technischen Mindestanforderungen dar, die für den Aufbau und den Betrieb eines cloudbasierten, selbstverwalteten Dateninfrastruktur-Ökosystems notwendig sind. Auf der Grundlage der technischen Spezifikationen werden Dienste entwickelt, die auf Open-Source-Code basieren. Sie werden dann von der Gaia-X-Gemeinschaft zu operativen Diensten weiterentwickelt und kontinuierlich verbessert.

Österreichische Gaia-X-Initiativen

Was die Umsetzung in die Praxis in Österreich betrifft, machte Günther Tschabuschnig auf die Einrichtung von Datenräumen aufmerksam. In diesen werden branchenspezifische und industriesektorale Problemstellungen zu den Themen Energie, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Geodata bearbeitet und gelöst. Eine weitere wichtige Information für Wirtschaft und Verwaltung lieferte Georg Hahn. Er präzisierte, in welchen Bereichen Gaia-X-Projekte Unternehmen und Organisationen besonders großen Mehrwert verschaffen: Geschäftsmodelle, die mit dem Teilen, Nutzen, Tauschen von Daten zwischen unterschiedlichen Organisationseinheiten zu tun haben, können besonders stark von einer Mitarbeit an Gaia-X profitieren. Noch befindet sich die Umsetzung in einer frühen Phase und spricht aktuell vor allem Unternehmen an, die gestalterisch mitarbeiten wollen oder bereits jetzt mehr darüber erfahren möchten, in welche Richtung sich die diversen Dienste weiterentwickeln könnten.

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