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web manager2026-04-20 14:33:572026-06-02 10:54:06DataXcellence Konferenz 2026 feat. AIMind the Gap – Closing Gender Gaps in Tech, Finance and Health
03. November 2026 / Rebeka Lacarak
Gesellschaftliche und strukturelle Ungleichheiten führen in zahlreichen Lebens- und Arbeitsbereichen zu Gender Gaps. Welche Mechanismen dahinterstehen und wie sich diese gezielt verändern lassen, stand am 22. Oktober beim ADV Value for Women 2026 im Mittelpunkt. Gemeinsam mit VÖSI WOMENinICT widmete sich die ADV unter dem Motto „Mind the Gap“ insbesondere den Bereichen Finance, Tech und Health. Als Gastgeber stellte VERBUND Digital Power den Rahmen für die Veranstaltung bereit, die nicht nur durch die enge Zusammenarbeit der Vereine ermöglicht wurde, sondern auch durch die wertvolle Unterstützung von COSMO CONSULT als Sponsor.
Expertinnen und Entscheidungsträgerinnen diskutierten konkrete Initiativen, innovative Ansätze und wirksame Maßnahmen, mit denen Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen Chancengleichheit aktiv gestalten können.
Mit einleitenden Worten begrüßte Daniela Feuersinger von VERBUND Digital Power die Teilnehmer:innen und eröffnete den Abend. Anschließend führten ADV-Vorständin Cornelia Roider-Kubat und WOMENinICT-Gründerin Christine Wahlmüller-Schiller mit einer gelungenen Mischung aus feiner Ironie, Zuversicht und Humor durch das Programm und verliehen den gesellschaftlich gewichtigen Themen eine erfrischende Leichtigkeit, ohne dabei an inhaltlicher Tiefe einzubüßen.
Chancengleichheit in Tech und KI
Einen starken inhaltlichen Auftakt machten Michaela Barta-Müller, AI Governance Lead bei A1, und Viktoria Egger von VERBUND Digital Power. Barta-Müller verdeutlichte, wie gesellschaftliche Erwartungen und ungleich verteilte Chancen den Zugang zur Tech-Branche prägen. Während Mädchen in Österreich bei der Computerkompetenz vorne liegen, beträgt der Frauenanteil unter Informatikstudierenden rund 23 Prozent. Gezielte Erfahrungsräume, Zutrauen und aktive Förderung können dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Egger beleuchtete anschließend geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung generativer KI und deren Zusammenhang mit gesellschaftlichen Erwartungen und beruflichen Bewertungsmechanismen. So zeigte eine dänische Studie, dass Frauen selbst bei gleicher Tätigkeit am selben Arbeitsplatz ChatGPT um 16 Prozentpunkte seltener nutzen als Männer. Egger verdeutlichte dabei, wie unterschiedlich der Einsatz von KI als Ausdruck von Effizienz oder als Zeichen mangelnder Eigenleistung bewertet werden kann und welche Auswirkungen solche Zuschreibungen auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten haben.
Brigitte Grinschgl vom Know Center stellte konkrete Ansätze vor, um Chancengleichheit nicht nur als unternehmerisches Ziel zu formulieren, sondern nachhaltig in den Organisationsstrukturen zu verankern. Bereits 40 Prozent der Belegschaft sind Frauen und nonbinäre Personen. Mit dem Gender Equality & Diversity Plan 2026 bis 2030 sollen transparente Karrierelevel, Mentoringprogramme und geteilte Führungsmodelle weitere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen und den Frauenanteil auf allen Hierarchieebenen stärken. Zugleich verdeutlichte Grinschgl, wie entscheidend vielfältige Perspektiven in der Forschung sind, um geschlechterspezifische Verzerrungen in Daten und KI-Modellen zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken.
Gesundheit und Wissenschaft: Vielfalt als Grundlage für Fortschritt
Der Gender Health Gap bildete den Ausgangspunkt für den Beitrag von Bettina Resl von Siemens Healthineers, die den Zusammenhang zwischen Gleichstellung, medizinischem Fortschritt und technologischer Innovation beleuchtete. Unterschiedliche Gesundheitsrisiken, Symptome und Behandlungsverläufe erfordern eine geschlechtersensible Forschung und Versorgung. Eine entscheidende Rolle spielen dabei repräsentative Daten, die verschiedene Lebensrealitäten berücksichtigen und als Grundlage für präzisere Diagnostik, wirksame Prävention und inklusive Technologien dienen. Resl stellte sechs zentrale Handlungsfelder vor, die von besseren Daten und wissenschaftlicher Evidenz über inklusive KI und Diagnostik bis hin zu gerechtem Zugang und gesundheitspolitischer Verantwortung reichen. Mit Initiativen wie dem Töchtertag und dem internen StepUp Netzwerk fördert Siemens Healthineers zudem die Sichtbarkeit und berufliche Entwicklung von Frauen in technischen und medizinischen Berufsfeldern.
Neue Perspektiven auf wissenschaftliche Kompetenz, Erfahrungswissen und generationenübergreifende Wissensvermittlung eröffnete Laura Sartori mit dem Science Oma Verein. Die Initiative macht Frauen ab 60 Jahren als Wissensvermittlerinnen und Vorbilder sichtbar. Nach fachlicher Einschulung gestalten die sogenannten Science Omas naturwissenschaftliche Mitmachworkshops für Kinder und fördern damit den Austausch zwischen den Generationen. Der aus einem Pilotprojekt am Institute of Science and Technology Austria hervorgegangene Verein verbindet wissenschaftliche Neugier und lebenslanges Lernen mit gesellschaftlicher Teilhabe und der Wertschätzung von Erfahrungswissen.
Finanzielle Selbstbestimmung durch Wissen und Vorsorge
Wie eng Einkommensunterschiede, Vermögensaufbau und Altersvorsorge ineinandergreifen, veranschaulichten Vanessa Weinhofer und Klaudia Dimitrijevic von Erste Bank und Sparkasse. Der Gender Pension Gap spiegelt dabei die langfristigen finanziellen Auswirkungen von Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen, ungleich verteilter Care-Arbeit und unterschiedlichen Möglichkeiten zum Vermögensaufbau wider. Mit der Initiative she invests bietet die Erste Bank und Sparkasse kostenlose Finanzbildungsangebote für eine selbstbestimmte Vermögensplanung. Im Mittelpunkt stehen der bewusste Umgang mit den eigenen Finanzen, der Austausch über Geld, individuelle Anlagestrategien und professionelle Beratung. Dabei verdeutlichten die Expertinnen auch, wie wichtig die persönliche Risikobereitschaft und die frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen finanziellen Zukunft sind.
Netzwerke und Vorbilder als Schlüssel zu neuen Chancen
Berufliche Entwicklung wird nicht allein von individuellen Qualifikationen geprägt, sondern maßgeblich auch von tragfähigen Netzwerken und zwischenmenschlicher Unterstützung. Diesen Aspekt griff Sarah Krendl von COSMO CONSULT in ihrem Beitrag auf. Vertrauen in das eigene Potenzial, die aktive Förderung anderer und Menschen, die Türen zu neuen Verantwortungsbereichen öffnen, bilden wesentliche Grundlagen erfolgreicher Karrierewege. An diese Perspektive knüpfte Nadia Tor von ZTE Austria an und rückte den bewussten Umgang mit Vorurteilen und die Wirkung positiver Vorbilder in den Mittelpunkt. Mit ihrer Initiative #FULLTIMEworkingMOM macht sie unterschiedliche Karrierewege und Lebensrealitäten berufstätiger Mütter sichtbar und fördert den Austausch über Führungsverantwortung, Familienleben und berufliche Ambitionen. Beide Impulse verdeutlichten, welche Wirkung Menschen entfalten können, indem sie Wissen teilen, Potenziale erkennen und anderen den Weg in relevante Netzwerke und Entscheidungsräume eröffnen.
Die vielfältigen Beiträge und Perspektiven machten das ADV Value for Women 2026 erneut zu einer wertvollen Plattform für fachlichen Austausch, neue Denkanstöße und persönliche Begegnungen. Mit zahlreichen Impulsen und anregenden Gesprächen fand der Abend einen gelungenen Ausklang und weckte bereits die Vorfreude auf die nächste Ausgabe im kommenden Jahr.










