Warum wir Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit dringend brauchen

Gastbeitrag von DI Roland Sommer, Verein Industrie 4.0 Österreich – Die Plattform für intelligente Produktion

Industrie 4.0-Technologien sind das Sprungbrett zur Produktion der Zukunft. Besonderes Augenmerk wird zukünftig darauf liegen, wie mit Ressourcen und Energie in der Industrie 4.0 möglichst effizient umgegangen werden kann – das trägt auch dazu bei, den Produktionsstandort Österreich langfristig abzusichern.

103 von 169 postulierten Einzelzielen der Sustainable Development Goals (SDGs), die von den Vereinten Nationen herausgegeben wurden, können durch Technologie unterstützt werden.

Ressourceneffizienz kann dabei auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Erstens auf der Prozessebene, z.B. durch bessere Steuerungen und der Optimierung der Auslastung der Geräte und zweitens auf der Produktebene. So kann durch bessere Wartung die Lebensdauer des Produkts verlängert werden, durch Kennzeichnung von Bauteilen können späteres Recycling oder Re-Use erleichtert werden. Die dritte Ebene betrifft Systemlösungen, die durch die zunehmende Kopplung von Produkten mit Dienstleistungen klimafreundlichere Geschäftsmodelle ermöglicht.

Drei ökologische Komponenten der Ressourcen- und Energieeffizienz spielen dabei eine Rolle. Es geht um die Reduktion der Schadstoffe, die Reduktion des Ressourcenbedarfs, u.a. CO2, seltene Erden etc. und um eine Reduktion des Flächenbedarfs. In allen drei Kategorien kann Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen.

Der Enabler für viele Optimierungsprozesse ist Big Data. Denn ohne Daten keine Optimierung, ohne Optimierung, keine Effizienzsteigerung – auch hinsichtlich Energieverbrauch. Die Erfahrungen zeigen, dass insbesondere die Datenstrukturierung und -prüfung, fehlerfreie Erhebung und die Formatanpassung zur Weiterverarbeitung die meisten Ressourcen benötigt. Das ist zwar ein mitunter mühseliger Prozess, schafft aber die Basis für echte Optimierungen.

Dabei ist nicht nur eine Technologie von Nöten, sondern eine Kombination aus vielen unterschiedlichen Technologien wie Internet of Things, cyber-physische (Produktions-)systeme, oder unterschiedliche Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Genannt seien an dieser Stelle beispielsweise maschinelles Lernen, Predictive Analytics oder die Etablierung digitaler Zwillinge. Weiters stellt sich die Frage, bei welchen Anwendungen Einsparungspotenzial gegeben ist: Bei der Produktion? Vielleicht bei produktionsbegleitenden Technologien wie Kühlung und/oder Beleuchtung? Oder gar bei der Lieferkette?

Maximale Effizienz 

Es gibt mittlerweile eine Reihe an Use Cases, die auf all den oben genannten Ebenen eindrucksvoll belegen, dass sich Energie- und Ressourceneinsparungen auch rechnen. Teilweise sind nur geringe Investitionen notwendig, entfalten aber eine hohe Hebelwirkung.

Plattform Industrie 4.0 – Plattform Industrie 4.0 (plattformindustrie40.at)

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